Vom Requisit zur Szene

Theater-Übung: Vom Gegenstand zur Szene

Deine Aufgabe

In kleinen Gruppen spielt ihr mit einfachen Gegenständen (z. B. Stab, Tuch, Seil) und gebt ihnen neue Bedeutungen. Lasst eurer Fantasie freien Lauf!

1. Einstieg – Was kann ein Gegenstand alles sein?

Diese Übung hilft dir, deine Fantasie anzuregen und alltägliche Dinge auf kreative Weise neu zu entdecken – das macht Spaß und fördert dein Theatergefühl!

Beispiel: Ein Tuch kann …

  • wärmen

  • etwas verdecken

  • jemanden fesseln

  • als Augenbinde dienen

  • zwei Menschen verbinden

  • zu einer Kugel geknüllt werden

  • ein Tischtuch, ein Kleid oder ein Leichentuch darstellen

  • ein Weg, ein Himmel, eine Mauer oder ein Teich sein

Ziel: Überlege, wie du Alltagsdinge ganz anders benutzen oder darstellen kannst.

2. Gruppenarbeit: Eine Szene ohne Worte

  • Bildet kleine Gruppen oder Paare

  • Denkt euch eine Szene aus, in der euer Gegenstand mindestens drei verschiedene Bedeutungen bekommt

  • Sprecht nicht, sondern zeigt alles mit Bewegung, Gestik und Mimik – z. B. ein Tuch wie ein Baby wiegen, es wie eine Wand vor euch halten oder damit jemanden fesseln

  • Achtet auf fließende Übergänge zwischen den Bedeutungen

Zeit: ca. 30 Minuten Vorbereitung, anschließend wird gespielt

3. Einzelarbeit: Die Geschichte deines Gegenstands

  • Wähle einen Gegenstand aus

  • Erzähle dir selbst oder der Gruppe eine kurze Geschichte über deine (fiktive) Beziehung zu diesem Gegenstand

Variante:

Der Gegenstand spricht selbst und erzählt, warum er gerade dich ausgesucht hat. Zum Beispiel:

"Ich bin ein alter Regenschirm. Ich habe sie gesehen, wie sie ganz traurig im Regen stand. Da wusste ich: Ich muss zu ihr!"

Denk dir dazu eine erfundene Figur aus (z. B. die Flasche sucht einen traurigen Menschen, der Hut gehört zu einem Zauberer).

4. Gruppenspiel mit Wechsel

  • Drei Personen wählen gemeinsam ein Requisit

  • Sie spielen eine kurze Szene mit diesem Gegenstand

  • Danach wird das Requisit durch ein anderes ersetzt

  • Die Szene bleibt genau gleich – als wäre das neue Requisit das alte

Ziel: So erkennt ihr, dass es in der Szene vor allem auf euer Spiel und eure Darstellung ankommt – nicht auf das Requisit selbst.

5. Weitere Spielideen für Einzelne oder Paare

Diese Varianten eignen sich gut für Einzelarbeit, als Zusatzaufgabe oder zur Vertiefung, wenn noch Zeit ist oder du eigene Ideen ausprobieren möchtest.

a) Ungewöhnlich spielen

  • Benutze einen Gegenstand anders als gewohnt

  • Beispiel: Die Uhr als Kuscheltier oder die Flasche als Handy

b) Der Gegenstand wird zur Person

  • Behandle deinen Gegenstand, als wäre er ein Mensch

  • Beispiel: streicheln, umarmen, mit ihm schimpfen

c) Zwei Personen – je ein Requisit

  • Zwei Personen, jede mit einem eigenen Gegenstand

  • Zeigt eure Beziehung zueinander nur über den Umgang mit dem Requisit

  • Kurze Dialoge sind erlaubt

d) Ich und mein Gegenstand

  • Lege dein Requisit vor dich auf den Boden

  • Sprich mit ihm, als wäre es lebendig – wie Kinder mit einem Kuscheltier

  • Zeige mit kleinen Gesten, was du mit ihm vorhast

  • Erzähle die (fiktive) Lebensgeschichte deines Requisits

Viel Spaß beim Entdecken, Spielen und Erfinden!